Von Stavanger nach Oslo

Schon Freitag Nachmittag hatte sich das Wetter endgültig gedreht und eine Sonnige Woche sollte vor mir liegen Zeit also aufzubrechen und die Strecke nach Oslo anzutreten. Schon der erste Tag machte deutlich das Norwegen zum Radfahren ein deutlich anderes Kaliber ist als die Strecke in Deutschland oder Dänemark. Wenn auch sich in Dänemark die zahlreichen Hügel zu stolzen 1100hm pro Tag addierten präsentiert sich Norwegen mit deutlich längeren und härteren Steigungen aber auch einer unglaublichen Kulisse.

Norwegen04

Rechnerrei

Während ich ja schon zuvor beschrieben hatte wie sich solche Steigungen mit 50 Kilo Gepäck anfühlen, wollte ich es nun genauer wissen und habe den Tatsächlichen Mehraufwand berechnet. In der Theorie klingt das dann auch alles viel einfacher als es sich Tatsächlich anfühlt so kann ich den zusätzlichen Aufwand entweder durch Kraft und/oder Zeit ausgleichen. Wie groß der Aufwand ist hängt vor allem von der zu fahrenden Steigung ab aber schon auf der Ebene kann ich pro Kilo mit etwa 0,2% mehr Aufwand rechnen, bei 50 Kilo also rund 10%. (Hier zählen jetzt auch mein Gewicht sowie das Gewichtes des Rades für einen möglichst genauen Wert). Sobald eine Steigung dazu kommt wächst der Anstiegt schnell schon bei 2,5% Steigung muss ich mit 0,85% pro Kilo rechnen also schon 42,5% mehr Leistung. Die steilsten 6km Strecke in dieser Woche hatten eine durchschnittliche Steigung von 7,5%, da ich hier ohnehin im ersten Gang und mit minimaler Geschwindigkeit gefahren bin mussten die 60% mehr Leistung folglich rein durch Kraft erbracht werden. Da einen tatsächliche Strecke jedoch viel mehr ist als eine Entfernung und durchschnittliche Steigung könnte ich eine genaue Berechnung nur durchführen wenn ich für jeden Einzelabschnitt der GPS Daten (Rund 25 bis 30.000 pro Tag den Mehraufwand berechne, vielleicht habe ich irgendwann mal die Motivation hierfür ein script zu basteln.

Außer Natur bot die Strecke zwischen Stavanger und Oslo dann aber auch nicht viel Interessantes. Die wenigen kleinen Dörfer waren allesamt nicht sonderlich alt und oder schön. Die Suche nach geeigneten Zeltplätzen stellte sich als bei weitem schwieriger heraus als erwartet und so landete ich in der ein oder anderen Nacht dann doch wieder in einer während der Fahrt gebuchten Herberge. Essen so ohne Fleisch ist in Norwegen generell schwierig bis unmöglich, das einzige was man bekommt ist Pizza und diese auch nur auf Nachfrage ohne Fleisch – was aber noch wichtiger ist die Norweger KÖNNEN KEINE PIZZA! Ich weiß nicht was die da drauf schmieren aber nach Käse schmeckt das nicht! Also selber kochen, da hat man nach 8 Stunden auf dem Rad zwar nicht unbedingt viel Lust drauf aber ohne Essen klappt das ganze erst recht nicht.

Apropo es klappt nicht, auch nach dem Regen Frage ich mich des öfteren WARUM ich den Scheiß eigentlich mache – jetzt ein paar Tage ohne radeln im friedlichen und sonnigen Oslo klingt das ganze wieder toll aber ich weiß genau das es nur wenige Berge oder Schauer auf dem Weg nach Stockholm braucht um die Motivation wieder zu zerrütten. Von Stockholm wollte ich eigentlich nach Helsinki bzw Helsinki->Tallinn segeln aber Heute kam auch für die letzte möglichkeit welche ich finden konnte eine Absage und so werd ich wohl doch wieder auf eine Fähre müssen – noch hab ich nicht ganz aufgegeben und suche weiter

You may also like...