Packen für Radreisen 3.0

Ich habe weiter dazugelernt und möchte mein Wissen teilen um es anderen Radreisenden in zukunft im doppelten Sinn leichter zu machen. Leichter reisen ist im ersten Schritt auch gar nicht unglaublich teuer sondern ziemlich kostenschonend, denn es geht immer ums weglassen. Hierzu auch meinen Vorrangegangen Artikel Richtig packen 2.0 beachten 😉

Gerade auf meiner letzten Tour durch Kasachstan, Kyrgyzstan, China etc habe ich zahlreiche Extrem Radreisende getroffen welche zum größen Teil mit unsummen an Gepäck unterwegs sind. Während ich bei meiner ersten großen Tour um Europa schon bei 34kg Gepäck plus Rad war kommen einige noch mal auf 10 bis 15kg mehr. Ich hatte mein Gepäck auf 17,5 kg reduziert und war damit größtenteils Glücklich habe aber noch einige learnings machen können.

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Vor der ersten Etappe sah das ganze noch so aus, Im Titel seht ihr wie es bei der 2ten Etappe ausgesehen hat. Wie ihr seht habe ich bereits hier auf die beiden vorderen Taschen verzichtet. Die Lenkradtasche ist ebenfalls rausgeflogen, die Abus Lösung war übrigens generell Mist und ist nie in Position geblieben, stattdessen habe ich vorne mit 2 Riemen meinen Schlafsack direkt am Lenker befestigt. Die 800gr vorne haben im Gegensatz zu den 3 Taschen welche ich vorher vor mich her geschoben habe auch keine negativen Auswirkungen mehr auf das Lenkverhalten.Sobald Version 3 Aufgebaut ist folgt natürlich ein Update zum Artikel mit neuen Bildern.

1. Verpflegung:

Abgesehen von sehr wenigen Passagen ist die Chance zu verhungern oder zu verdursten ziemlich gering, die meisten Zeit habe ich für mindestens eine Woche Nahrung und 3 Tage Wasser mitgehabt aber nie mehr als Verpflegung für 2 Tage gebraucht in den meisten Fällen auch in Kirgistan oder Tibet hätte ich mindestens 2 mal am Tag einkaufen können. Wenn auf 50kg Systemgewicht noch mal 10kg Wasser und Nahrung kommen ist das schon übel bei 17kg merkt man den Unterschied noch viel schneller. Ich möchte hiermit niemanden aufrufen Leichtsinnig zu sein. Guckt euch eure Karten genau an und fragt Einheimische wenn ihr euch nicht sicher seit, sowohl was Lebensmittelversorgung auf der Strecke angeht als auch das Gelände. Es kommt halt schon mal vor das man von ein paar Bergen überrascht wird die auf den Lokalen Karten um einiges kleiner aussahen 😉 – Eine gute Planung ist auch hier einiges Wert – also Reserven ja aber nicht übertreiben.

2. Küche:

In Europa hatte ich einen megasuper whisperlight Allesbrenner nen Liter Benzin und 3 Töpfe dabei. Der Tank ist nie leer geworden, den 3ten Topf habe ich gar nicht genutzt und den 2ten nur weil ich ihn hatte. In Asien habe ich dann übertrieben und einen 12g Esbit Kocher und einen 750ml Titan Topf Mitgenommen plus einige Esbit Brennklötze. Ja ein Mini Esbit Kocher und nen 3er Pack klötze ist super wenn man am Wochenende mal Ultraleicht trecken gehen möchte, um Regelmässig zu kochen und einfach mal nen Kaffee zu machen ist es zum einen deutlich zu langsam und zum anderen muss man so viele Esbit Klötze mitschleppen das der Gewichtsvorteil wieder flöten geht. Da ich festgestellt habe das die Versorgung mit Gaskartuschen nicht so schlecht ist wie sie einem bei Outdoor Hannes und Co gerne eingeredet wird überlege ich bei der nächsten Tour einen Gaskocher mitzunehmen, zumindest aber wird es ein 1L Topf mit Wärmetauscher, denn auch schnelleres Kochen spart dank weniger Treibstoff auf langen Touren eine Menge Gewicht.

3. Schlafen:

Ich könnte den Versuch wagen und zumindest bis Singapore komplett ohne Zelt, Schlafsack und Isomatte zu reisen – zumindest wenn die Visa Versuche für Myanmar scheitern und ich komplett durch Thailand muss, die Gasthaus dichte ist hier so groß, dass ich wahrscheinlich alle 10km auf eine Unterkunft treffe, in Teilen Indonesiens und auch in Australien wird dies jedoch anders aussehen. Gewicht sparen kann ich hier wie oft aktuell nur durch Verzicht oder mehr Geld. Da ich mit einem dünnen Tuch als Schlafsack einfach nicht gescheit pennen kann kommt diesmal ein ultraleichter Schlafsack von Yeti mit. 320 gr das spart mich immerhin 550gr zu meinem dicken Schlafsack den ich in Tibet auf 4000m gebraucht habe. (dieser war dort übrigens absolut ausreichend, wenn es wirklich einmal richtig kalt wurde ((-15)) habe ich mit der langen Unterwäsche trotzdem nicht gefroren)

Das Zelt kommt mit auch wenn es mehr als Moskitoschutz als alles andere dienen wird, hier hat Vaude mittlerweile einen kleineren und leichteren Nachfolger rausgebracht aber nochmal 600 Euro für 350 gr spare ich mir dann doch lieber.

Da die Isomatte diesmal mehr dem Komfort als der tatsächlichen Isolierung dienen soll überlege ich auf eine Große zu verzichten und nur eine 90cm Version mitzunehmen. Die thermarest neoair x lite war zwar super leicht und hatte ein Super packmaß macht für mein Schlafempfinden aber unangenehme geräusche. Am leichtesten und billigsten sind übrigens immer noch Schaumstoffmatten, leider lassen sich diese nicht zu einem anständigen Packmaß zusammenfalten.

4. Kleidung:

Zu viel Kleidung hatte ich bei der letzten Tour nicht dabei, lediglich die Regenkleidung habe ich in fast 100 Tagen nicht ein einziges mal benötigt, dennoch hat sie mir bei -12 Grad auf zumindest einer langen Abfahrt noch mal zusätzlichen Windschutz und damit auf wärme gegeben. Auf der nächsten Tour sind allerdings ganz andere Temperaturen zu erwarten und ich brauche Kleidung eher zum Sonnenschutz als alles andere. Entsprechend bleiben alle dickeren Klamotten und Schuhe in Laos was mein Gepäck deutlich reduziert. Bei der letzten Tour hatte ich mich dazu entschieden weit weniger Wechselkleidung mitzunehmen und war damit auch sehr glücklich, waschen kann man spätestens in jedem Hostel und zur not auch mal am Wasserhahn, die meisten Waschmaschinen in Asien waschen ohnehin mit kaltem Wasser.

5. Taschen:

Zuletzt hatte ich meine beiden vorderen Ortlieb taschen weggelassen, nun überlege ich ob ich Tatsächlich auch die Hinteren und auch den Gepäckträger weg lasse. Die beiden Taschen wiegen immerhin über 1,9kg und der Gepäckträger noch einmal 0,75, Rahmentasche und großen 14L Satteltasche hingegen nur 0,66. Wie auf einigen Bildern zu sehen hatte ich den Schlafsack statt Lenkertasche bereits die letzten 5.000km nur mit 2 kleinen Spanngurten befestigt was wunderbar funktioniert hat.

Ich berichte wieder wenn ich hier tatsächlich alles unterbringe. Beim Rucksack hingegen hatte ich auf der letzten Tour dann doch daneben gegriffen und er landete die meiste Zeit auf dem Gepäckträger. Derzeit überlege ich es noch einmal mit einem wesentlich leichteren Model zu versuchen.