Ereignislosigkeit

Angesichts einer gewissen Ereignislosigkeit habe ich seit Norwegen keine neuen Berichte mehr verfasst. Nachdem die Berge Norwegens flacher und flacher wurden, nahm auch die „Besonderheit“ der Natur immer weiter ab. Die Strecke bis Stockholm war zwar noch schön konnte aber dennoch nicht mit Norwegen mithalten. Richtig langweilig wurde es dann ab Tallinn, bis Riga ging es fast ausnahmslos auf den Seitenstreifen einer einzigen Bundesstrasse auf absolut flacher Strecke vorwärts. Auch nach Vilnius wurde es nicht viel spannender, einzig der Grenzübergang nach Litauen, welcher über einen kleinen Feldweg und anschließend sogar über einen kleinen Waldtrail führe bot ein wenig Abwechslung vom Landstrassenalltag.

Die kleinen Dörfer boten ebenfalls wenig Highlight und die Osteuropäische Bevölkerung scheint im Großen ungefähr so Kontaktfreudig zu sein wie ich selbst. Die Hauptstädte Tallinn, Riga, Vilnius und Minsk boten wiederum einiges an Kultur und gaben mir einen ersten Eindruck was ohne jedliche Russisch Kenntnisse auf den nächsten Etappen noch auf mich zu kommt. Mit Ausnahme von Minsk würde ich jedoch alle Städte gerne jederzeit wieder besuchen, wenngleich Vilnius zu meinem Favorit geworden ist, Tallinn ist schön hat aber deutlich weniger zu bieten als Riga und Vilnius. In Riga ist deutlich mehr los als in Tallinn und auch in Vilnius ist aber sehr vom billigen Party und Alkoholtourismus geprägt.

Alles im allen verspürte ich auch trotz der sehr schönen Segelwoche einen mangel an Abenteuer, was mich zu dem Entschluss brachte einige Sachen an meinem Reisestil ändern zu wollen. Aus diesem Grund und auch weil mir die Zeit bis zum Winter ein wenig davon läuft überspringe ich einen Teil Osteuropas und fliege am 14ten direkt nach Kasachstan. Da der Flughafen von Almaty am besten zu erreichen ist fahre ich von Dort jedoch wieder ein Stück gegen Westen und werde im Zickzack Kirgistan und Usbekistan durchqueren bevor es weiter nach China geht. Da mir mitunter auch das ewige Strasse fahren gehörig auf die Nüsse geht habe ich auch einiges an meinem Gepäck und Rad geändert – doch dazu wird es einen eigenständigen Artikel geben. Kurz ich möchte versuchen mehr MTB zu fahren was mit fast 40 KG Gepäck auf einen 15kg schweren Rad nicht wirklich machbar ist.

Ich habe für die nächsten Etappen nur einen groben Streckenplan mit einigen alternativ Routen, welcher sich lediglich durch die Anzahl der Visakonformen einreisen und Visa-Zeitlimits beschränkt. Im wesentlichen möchte ich die Reise jedoch mehr auf mich zukommen lassen, natürlich ohne unnötige Risiken einzugehen. Gerade China ist dabei leider sehr von der Laune der Bürokratie abhängig, vorausgesetzt ich komme mit meinem Visum über die Grenze muss ich dieses vor Ort noch mindestens einmal um 30 Tage verlängern lassen ansonsten werde ich einen Großteil der 5800 km bis Shanghai, Hong Kong oder Vietnam aus dem Zug heraus erleben müssen, da die gigantischen Distanzen innerhalb von 30 Tagen einfach nicht machbar sind – schließlich habe ich nicht vor einen neuen Zeitrekord aufzustellen.

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